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Zeitungsbericht der Regi Zeitung, 28.08.2020


Einmal Silber, viermal Bronze

Erstmals nahm Daniel Isler, der auf dem Tüll-Areal in St. Margarethen seit über 25 Jahren ein Bildhaueratelier betreibt, an einem Gestaltungswettbewerb für Grabmalkunst in Deutschland teil. Und das gleich mit einem Riesenerfolg, denn alle seine fünf eingereichten Werke erhielten eine Auszeichnung.

St. Margarethen – «Ich war richtig baff, als ich letzte Woche vom Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerwerk Baden-Württemberg Post erhielt. Viermal Bronze und einmal Silber, lautete die Mitteilung! Alle meine fünf eingereichten Grabmäler haben es in die Kränze geschafft. Was für eine freudige Überraschung». Voller Stolz präsentierte vergangene Woche Daniel Isler zusammen mit seiner Lernenden Sarah Schäfer die fünf Urkunden, welche er beim renommiertesten Grabmalwettbewerb unseres Nachbarlandes eingeheimst hat.

Sorgen wegen Covid-19

An Grabmalwettbewerben in der Schweiz habe er schon mehrmals mit Erfolg teilgenommen, erzählt Daniel Isler. Erstmals habe er nun auch einen Versuch «ennet der Landesgrenze» gewagt. Den Entschluss am Wettbewerb in Heilbronn teilzunehmen, fällte er nicht zuletzt auch wegen Corona verursachter Sorgen. Die schlechte Auftragslage im Frühjahr zwang ihn zum Nachdenken über seine Branche. Stillsitzen und Däumchen drehen kann’s sicher nicht sein, sagte sich Daniel Isler und machte sich an die Arbeit. Dass es jetzt aber gleich allen seinen fünf eingereichten Wettbewerbsarbeiten zu einer Medaille gereichte, hätte er nicht einmal im Traum gedacht. «Das ist für mich eine riesige Genugtuung und zeigt mir, dass ich mit meinen Grabmälern auch heute noch den Zeitgeist treffe», sagt Daniel Isler, dessen Auftragsbücher inzwischen wieder sehr gut gefüllt sind. Die ersten Wochen nach Verordnung des Lockdowns sei das noch ganz anders gewesen: «Es sind kaum mehr Aufträge eingegangen. Geändert hat sich das dann aber glücklicherweise sofort nach den ersten Lockerungen. Momentan sind wir sehr gut ausgelastet und ich hoffe natürlich, dass das noch lange so bleibt.

Gegengewicht zu Massenware

Trotz momentan guter Auslastung will Daniel Isler die Augen vor der Problematik, welche der Steinbildhauerbranche immer mehr zu schaffen macht, nicht verschliessen. Viele von Schweizer Steinmetzen geschaffenen Grabmäler geniessen zwar wegen ihrer hohen Qualität traditionell einen hervorragenden Ruf. Sie stehen aber länger je mehr in Konkurrenz mit anonymen Bestattungen, Gemeinschaftsgräbern (mit abnehmendem Trend), Baum- und Wiesengräbern sowie Massenware aus industrieller Fertigung, hauptsächlich aus Asien. Daniel Isler, der in seiner langen Berufslaufbahn bereits über 1500 individuelle Grabmäler gefertigt hat und einen hervorragenden Ruf geniesst, versucht unter anderem mit regelmässigen Teilnahmen an Wettbewerben Zeichen zu setzen und ein Gegengewicht zu schaffen: «Ich versuche damit die Öffentlichkeit auf die hohe Qualität und Individualität kunsthandwerklich hochwertig und mit Leidenschaft gefertigter Grabmäler zu sensibilisieren.»

Peter Mesmer


Daniel Isler und Sarah Schäfer, Auszubildende im 3. Lehrjahr, freuen sich über dievom Steinmetz- und Bildhauerhandwerksverband Baden-Württemberg verliehenenAuszeichnungen.Bild: Peter Mesmer

Daniel Isler und Sarah Schäfer, Auszubildende im 3. Lehrjahr, freuen sich über die vom Steinmetz- und Bildhauerhandwerksverband Baden-Württemberg verliehenen Auszeichnungen.

Bild: Peter Mesmer

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